Für jede Lebenslage

Vom Chihauhua bis zur Dogge

Der moderne Hund ist das facettenreichste Tier der Welt und neben dem Menschen das erfolgreichste Säugetier aller Zeiten. Weltweit gibt es über 400 verschiedene Hunderassen, fünf Millionen Hunde leben allein in Deutschland. Hunde unterscheiden sich gewaltig in Größe, Gestalt und Farbe. Der Große Däne überragt den Chihauhua um ein Siebenfaches. Ein Bernhardiner wiegt fünfzig Mal so viel wie ein Yorkshire-Terrier.

Die Spürnasen
Mittlerweile gibt es für jedes Bedürfnis den richtigen Begleiter. Den idealen Familienhund, den Jagdhund oder den sportlichen Begleiter für Spaziergänge und Waldläufe. Dabei sind natürliche Kraft und Eleganz unserer vierbeinigen Freunde nicht zu überbieten. Viele tausend Jahre wählten die Hundezüchter die Eigenschaften des Wolfs aus, die ihnen am besten gefielen und verstärkten sie von Generation zu Generation. Eine Wolfseigenschaft schätzten die Züchter aller Epochen: den Geruchssinn. Der Hund benutzt wie der Wolf in erster Linie die Nase, nicht die Augen, um seine "Beute" zu finden. Der Geruchssinn ist deshalb für ihn zur Orientierung genauso wichtig wie für uns die Augen. Ein Schäferhund hat etwa 220 Millionen, ein Mensch gerade mal fünf Millionen Riechzellen. Spürhunde können sogar einem vier Tage alten Geruch nachgehen.

Der zahme Wolf
Hunde sind mittlerweile überall auf der Welt zu finden, Wölfe dagegen zählen nur noch einige tausend Exemplare. Die größten Anstrengungen sind heute notwendig, um Wölfe überall in Europa wieder heimisch zu machen. Projekte, die nicht überall auf Gegenliebe stoßen. Angst und Vorurteile sind geblieben. Als die Menschen sesshaft wurden, töteten sie zum Schutz ihres Viehs ihren alten Rivalen, den Wolf. Bis an den Rand des Aussterbens. Die Wolfsgene leben mittlerweile im Haushund weiter - einem zahmen Wolf. Er hat sich unseren Bedürfnissen angepasst und handelt weitgehend nach unseren Wünschen.

Das Kind im Hund
Was der Mensch der Frühzeit wollte, war ein Tier, das ihm half und ihn begleitet. Vor allem fügsam und erziehbar sollte er sein. Eigentlich so wie ein Welpe! Tatsächlich sind unsere Haushunde in vielerlei Hinsicht Welpen geblieben. Fast alle Hunde spielen gern, erwachsene Wölfe selten. Hunde nehmen verspielte Haltungen ein und führen spielerische Tänze auf. Sie lecken uns das Gesicht, ebenso lecken Wolfsjunge die Mäuler ihrer heimkehrenden Eltern ab, um sie zum Auswürgen von Nahrung zu stimulieren. Hundefreunden gefällt so was und so werden Rassen gezüchtet, die sogar aussehen wie Welpen. Doch die Hunde mussten für ihre Abhängigkeit einen hohen Preis zahlen. Ihre Sinne sind weniger geschärft, und weil sie weniger Informationen speichern müssen als ein wildes Tier, ist ihr Gehirn kleiner.

Man kann vielleicht behaupten, dass die Menschheit Hunde immer nur zu ihren Zwecken benutzt hat. Man könnte aber auch sagen, dass Hunde uns bis heute geschickt manipuliert haben. In gewisser Weise sind Mensch und Hund immer noch ebenbürtig. So wie früher Wolf und Mensch.

BBC Doku: Waldis wilde Wurzeln